3. Fachdiskussion Pflegeberatung in Gelsenkirchen am 09.02.2018

Um die Versorgungsstrukturen in Gelsenkirchen zu verbessern, beschäftigt sich das Projekt „Pflege im Quartier“ unter anderem intensiv mit Beratungsangeboten für Menschen mit Pflegebedarf und deren Angehörigen, denn zentrale Aussage vieler Studien ist: Wenn eine Beratung stattfindet, empfindet der/die Ratsuchende dies als hilfreich und stellt eine Verbesserung der Pflegesituation fest.

Für einige jedoch stellt die Inanspruchnahme eine oft durch Informationsdefizite hervorgerufene Hürde dar (z.B. Böttcher et al. 2013; Schmidt, Schneekloth, 2011; Heinrich et al. 2013). Dabei besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Wissen über die eigenen Leistungsansprüche und der bedürfnis- und bedarfsgerechten Versorgung im häuslichen Kontext! Jedoch fühlen sich 63% der Befragten einer Studie mit persönlicher Pflegeerfahrung in Bezug auf Ihre Leistungsansprüche (sehr) schlecht informiert. 59% der Befragten ist der Anspruch auf individuelle, unabhängige und kostenlose Beratung im Pflegefall unbekannt und nur 25% der Befragten gaben an, eine auf das Thema Pflege spezialisierte wohnortnahe Beratungsstelle zu kennen (Büscher, Oetting-Roß, 2016).

Dieser Sachverhalt wurde als Anlass genommen, um Akteure der Pflegeberatungslandschaft Gelsenkirchens einzuladen und sich über Herausforderungen und Gelingen der Pflegeberatung auszutauschen.

Am 09.02.2018 trafen sich schon zum dritten Mal mehr als 22 Teilnehmende aus der Pflegeberatungslandschaft, der FH Dortmund, des Generationennetzes, des APD Ambulanter Pflegedienst und des BiG Bildungsinstitut im Gesundheitswesen im Hans-Sachs-Haus zur „Fachdiskussion Pflege im Quartier“ und konnten an bereits vorgegangene Gespräche anknüpfen. Zu der Diskussion wurde Herr Prof. Dr. Hugo Mennemann von der Fachhochschule Münster eingeladen, der in einem Fachvortrag die Voraussetzungen für Case Management und Netzwerkarbeit in der Kommune erläuterte.

In der anschließenden Diskussion des Vortrags wurden verschiedene Aspekte und Einflussfaktoren für die Vernetzung deutlich. Entscheidende Voraussetzung für wirksame Netzwerkarbeit ist, dass die einzelnen Akteure für sich eindeutige Ziele an die Netzwerkarbeit stellen und die eigenen Interessen transparent machen. Ohne eine gemeinsame Zielvereinbarung, habe man keinen Maßstab, um zu prüfen, ob man auf dem richtigen Weg sei.

Als Handlungsbedarf für Vernetzung in Gelsenkirchen sahen die Teilnehmenden die Schnittstellengestaltung zwischen Krankenhaus, Pflegeberatung, Hausarzt, ambulanter und stationärer Pflege. Insbesondere bei der Überleitung von demenzkranken Menschen gibt es einen großen Optimierungsbedarf.

Es wurde vereinbart, dass PiQ für die 4. Fachdiskussion am 12.04.2018 die Mitarbeitenden und Verantwortlichen des Entlassmanagements und des Sozialdienstes der Gelsenkirchener Krankenhäuser einlädt, um Handlungsoptionen für eine Verbesserung der Schnittstellenarbeit zu besprechen und wie PiQ hierbei unterstützen könnte.

Fachvortrag von Prof. Mennemann zum Thema „Case Management Netzwerkarbeit“ zum Download

Quellen:

 

Böttcher, S.; Buchwald, C. & Kohte, W. (2013). Evaluation zum Konzept der Vernetzten Pflegeberatung im Land Sachsen-Anhalt. Magdeburg: Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt.

 

Büscher, A. & Oetting-Roß, C. (2016). ZQP- Perspektivenwerkstatt Qualität in der Häuslichen Pflege – Potentiale von Beratung und Schulung. Zentrum für Qualität in der Pflege.

 

Heinrich, S.; Nickel, W. & Brähler, E. (2013). Pflegeberatung aus Sicht ratsuchender Bürgerinnen und Bürger. (D. Z. Altersfragen, Hrsg.) Informationsdienst Altersfragen, 3- 10.

 

Schneekloth, U. & Schmidt, M. (2011). Abschlussbericht Wirkungen des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes. Berlin: Bundesministerium für Gesundheit.

Medica 2017

Auch in diesem Jahr fand die weltweit größte Medizin-Fachmesse MEDICA in den Messehallen in Düsseldorf statt.

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Quelle: ZTG/Lippsmeier

Am Landesgemeinschaftsstand NRW wurden dem interessierten und internationalen Fachpublikum von insgesamt 123.500 Fachbesuchern aus 130 Nationen neben „Pflege im Quartier“ verschiedenste Forschungsprojekte aus dem Land vorgestellt.

Mit dem Auftakt der MEDICA stattete Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, am Montag, den 13. November, dem „Landesgemeinschaftsstand NRW – Gesundheitswirtschaft. Telematik. Telemedizin.“ einen Besuch ab und informierte sich über aktuelle eHealth-Projekte:

https://www.ztg-nrw.de/2017/11/medica-2017-nrw-gesundheitsminister-laumann-informiert-sich-ueber-ehealth-projekte-am-landesgemeinschaftsstand-nrw/

An den vier Messetagen (13.11. – 16.11.2017) war PIQ mit jeweils zwei Mitarbeiter(inne)n an einem eigenen Stand vertreten.

 

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Quelle: ZTG/Lippsmeier