Publikation MedInfo 2017

An Interdisciplinary Approach between Medical Informatics and Social Sciences to Transdisciplinary Requirements Engineering for an Integrated Care Setting

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Pflege im Quartier“ wurde durch die FH Dortmund eine Publikation unter dem Titel „An Interdisciplinary Approach between Medical Informatics and Social Sciences to Transdisciplinary Requirements Engineering for an Integrated Care Setting“ verfasst, auf der Konferenz MedInfo 2017 eingereicht und dort angenommen.

In der Publikation wird der transdisziplinäre Ansatz der synchronen Zusammenarbeit von Sozialwissenschaftlern und (Medizin-)Informatikern beschrieben, der die iterative Vorgehensweisen Scrum und Snowball-Sampling vereint und durch die Technik der Scrum „User-Stories“ eine bedarfs- und bedürfnisgerechte transdisziplinäre Anforderungserhebung ermöglicht.

 

Anforderungsanalyse
Ablauf der transdisziplinären Anforderungsanalyse

Bei der MedInfo handelt es sich um einen weltweiten Kongress für medizinische Informatik und Gesundheitsinformatik, der in zweijährlichen Abständen in unterschiedlichen Ländern stattfindet. Der Kongress 2017 findet in Hangzhou, China statt und bietet für das Projekt somit eine einzigartige Gelegenheit sich international mit anderen Projekten über die besonderen Gegebenheiten der quartiersbezogenen Pflege auszutauschen.

Abstract:

Requirements engineering of software products for elderly people faces some special challenges to ensure a maximum of user acceptance. Within the scope of a research project, a web-based platform and a mobile app are approached to enable people to live in their own home as long as possible. This paper is about a developed method of interdisciplinary requirements engineering by a team of social scientists in cooperation with computer scientists.

Projektvorstellung Pflege im Quartier

Motivation

Der demographische Wandel führt zu einem stetig wachsenden Bedarf an pflegerischer Unterstützung über alle Phasen der Versorgung, von zuhause bis zur Aufnahme in eine stationäre Einrichtung. Gleichzeitig wächst der Informationsbedarf für Angehörige und Betroffene von qualifizierter Pflegeberatung über Pflegegrade bis hin zu Anleitungen für Hilfe zuhause.

Beginnend am 01.05.2016 setzt das Projekt „Pflege im Quartier“ (PiQ) für die Dauer von 3 Jahren genau an diesem Punkt an. Es wird eine digitale Plattform entwickelt um den betroffenen und anspruchsberechtigten Personen zielgerichtet und datenschutzkonform Informationen zur Verfügung zu stellen. Parallel werden reale Angebote vor Ort in insgesamt vier Quartieren in Gelsenkirchen weiterentwickelt und mit den digitalen Strukturen vernetzt.

quartiere

In den vier Quartieren Buer-Ost, Bulmke-Hüllen, Schaffrath/Rosenhügel und Schalke, die in Hinsicht demographischer Daten maximal heterogen ausgewählt wurden, wird das Projekt implementiert, um gezielt zu evaluieren, welchen Einfluss die unterschiedliche Zusammensetzung der Bevölkerung auf Umgang mit und Anforderungen an eine digitale Pflegeplattform hat.

Dabei beinhaltet die Pflegeplattform zwei Teilprojekte. Im Teilprojekt 1 wird die Plattform selbst mit zielgruppengerechten Informations- und Kommunikationsangeboten gestaltet, während im Teilprojekt 2 eine eng auf der Plattform aufsetzende mobile Lösung, der „mobiler Wegweiser“ entwickelt wird.

Merkmale der Plattform

  • Barrierearme Gestaltung
    Die Plattform ist für Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen gedacht und wird sie auch technisch bestmöglich unterstützen, z.B. indem sie in schwarz-weiß, besonders hohem Kontrast, vergrößerter Schrift oder vereinfachter Sprache dargestellt werden kann.

  • Responsive
    Die Plattform soll auch von unterwegs ideal bedienbar sein und passt sich somit an die Größe des mobilen Endgeräts an, auf dem sie angezeigt wird.

  • Open Source
    Der Quellcode der Plattform ist frei Verfügbar und kann von jedem eingesehen  werden. Dies ermöglicht es anderen Quartieren, ähnliche Projekte durchzuführen und auf die gesammelten Erfahrungswerte bei Pflege im Quartier aufzubauen. Außerdem schafft eine Open Source Lösung Vertrauen durch Transparenz.

  • Datenschutz und Datensicherheit
    Bei Pflege im Quartier werden auch sensible persönliche Daten erhoben. Datenschutz und Datensicherheit genießen in diesem Projekt daher den selben Stellenwert wie in medizinischen Anwendungen.

  • Unterstützung digitaler Dienstleistungen
    Mit der Plattform wird für Anbieter die Möglichkeit geschaffen, digitale Dienstleistungen in der Pflege zu gestalten.

  • Modularität
    Die Plattform ist modular aufgebaut. So kann auf später auftretende Anforderungen flexibel und dynamisch reagiert werden, indem neue Module nach dem Baukastenprinzip hinzugefügt werden können.

Merkmale des mobilen Wegweisers

Der mobile Wegweiser ist eng mit den Funktionen der Plattform verzahnt.

app

Die mobile Anwendung soll eine maximal einfache Bedienbarkeit ausgewählter Funktionen ermöglichen und unter Anderem zusätzlich z.B. eine Notruffunktion an definierte Kontakte und GPS-basierte Navigation nach Hause und im Quartier bieten.